Gallenbeschwerden und ihre Ursachen

Wenn die Gallenbildung gestört ist, kann sich dies beim Menschen durch Koliken, Druckschmerzen im rechten Oberbauch und manchmal auch einer Gelbfärbung der Haut äußern. Allerdings müssen sich Erkrankungen nicht immer durch Symptome äußern, denn diese treten oftmals etwa nur in einem Viertel aller Fälle auf. Diese Beschwerden oder Störungen entstehen meist aufgrund der Funktion, die die Galle bei der Fettverdauung und der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten übernimmt. Bei Verstopfungen der Gallenwege die mit der Rückhaltung von Alle einhergeht tritt eine Fettunverträglichkeit auf, da das Fett dann nur noch in einem geringen Maß aus dem Darm absorbiert wird. Wenn dem Körper durch die Nahrung mehr Fett zugeführt wird, dann führt dies zu einem fettigen Stuhl. Außerdem tritt eine Form von Gelbsucht auf, da das Bilirubin, ein Hämoglobinabbauprodukt, nicht mehr korrekt abgebaut und ausgeschieden werden kann. Dies führt zu einer Gelbfärbung der Haut und der Schleimhäute. Der Stuhl verfärbt sich lehmartig, da die Gallenfarbstoffe fehlen – dies wird dann als acholisch bezeichnet. So eine Verstopfung kann unterschiedliche Ursachen haben, unter anderem kann dafür ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse, der Gallenblase, in den Gallengängen oder im Zwölffingerdarm verantwortlich sein.

Aber auch Gallensteine könnten eine Ursache für Beschwerden sein. Bei Gallensteinen handelt es sich um Kristallisationsprodukte. Sie bilden sich, wenn sich das Mischungsverhältnis von Lecithin, Cholesterin und den Gallensalzen verändert und aus dem Gleichgewicht gerät.

Wenn sich also zu viel Cholesterin oder zu wenig Gallensalze in der Gallenflüssigkeit befinden, dann verdickt sich diese Masse und es entstehen Cholesterinsteine. So können aufgrund der hohen Cholesterinwerte, die mit ungesunder Ernährung einher gehen, jahrelang immer weiter Gallensteine

gebildet werden, ohne dass man es merkt. Über 80 Prozent der Gallensteine sind Cholesterinsteine, die Größe und Anzahl ist allerdings sehr unterschiedlich und Schwankungen unterworfen. Manche dieser Steine können beinahe die ganze Gallenblase ausfüllen, die in etwa faustgroß ist, bei vielen (hunderten) von kleinen Steinen spricht man dann von „Gries“.

Gallensteine können auch aus Pigmentsteinen bestehen, diese werden durch den Überschuss an Biliburin in der Gallenblase gebildet. Wenn Steine zusätzlich aus Kalkeinlagerungen bestehen, dann nennt man diese „gemischte Steine“.

Viele Menschen leben mit diesen Steinen, ohne dass sie sich bemerkbar machen. Etwa nur ein drittel aller Betroffenen bekommt im Laufe der Zeit Beschwerden, zwei Drittel tragen diese Steinchen zeitlebens völlig beschwerdefrei mit sich herum. Bei Gallensteinen, die keine Beschwerden verursachen spricht man von „stummen Steinen“.

Schmerzen äußern sich dann, wenn die Steine in Bewegung sind. Durch die Kontraktionen der Gallenblase können die Steine in den Gallengang rutschen und dann sind die Schmerzen vorprogrammiert, denn die Steine hindern die Gallenflüssigkeit daran, in den Zwölffingerdarm abzufließen. Dies kann eine schwere Gallenkolik hervorrufen.

Ungefähr 20 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer haben ab dem Alter von 40 Jahren Gallensteine, bei älteren Menschen ist die Zahl der Erkrankten weiterhin ansteigend. Wenn man nach Statistiken geht, sind Frauen mit Kindern am häufigsten betroffen. Dabei beeinflusst das weibliche Sexualhormon Östrogen, sowie auch die künstliche Einnahme von Hormonen während einer Hormontherapie und die Pille das Risiko der Steinbildung.

Ursachen

Wenn der Cholesterinspiegel in der Gallenblase zu hoch ist, dann kann das zwar an der Ernährungsweise liegen, oftmals ist jedoch auch die familiäre Veranlagung daran schuld. Steinbildungen werden auch durch Diabetes und andere Lebererkrankungen begünstigt. Die Einteilung der Risikofaktoren für Gallensteine gibt es schon seit einiger Zeit - female (weiblich), fat (übergewichtig), fertile (mehrere Kinder), forty (ab vierzig) und fair (hellhäutig) – auch als „fünfF“ bezeichnet.

 

Weiterlesen in meinen Blog: