Die Behandlung bei Gallenschmerzen

Der Arztbesuch

Da sich die Gallenblase unter dem rechten Rippenbogen befindet, gehen von dort auch meist die Schmerzen aus. Ob Gallensteine die Ursache für die Beschwerden sind, ist allerdings oft nicht ganz einfach heraus zu bekommen, denn auch die Bauchspeicheldrüse, der Magen oder der Darm kann Beschwerden wie diese auslösen. Bei:
· Völlegefühl und/ oder Druck im Oberbauch, besonders nach dem Genuss von fettem Essen, Kaffee oder Alkohol
· Übelkeit oder Aufstoßen
· Blähungen und wechselnde Stuhlkonsistenz
· Unverträglichkeit von bestimmten Nahrungsmitteln

handelt es sich um typische Anzeichen für Gallensteine.
Bei Gallenkoliken kann man an der Art der Anzeichen erkennen, ob es sich um einen oder mehrere Gallensteine handelt, die den Gallengang versperren. Gallenkoliken (akut) machen sich durch
· heftige Schmerzattacken im Oberbauch, die sich sehr stark steigern können. Die Schmerzen können in den Rücken oder in die Schultern ausstrahlen.
· Oberbauchschmerzen, die oft bei oder nach dem Essen auftreten
· Übelkeit mit Erbrechen
· Schweißausbrüche und Schüttelfrost
· Fieber
· Schwindelgefühle

bemerkbar.
Wenn sich die Haut oder das Weiße in den Augen gelblich färbt und sich der Urin bräunlich verfärbt, dann sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen, denn dann staut sich die Gallenflüssigkeit bereits zurück in die Leber, da die Gallensteine bereits den Gallengang verstopfen.

Auch wenn man nur die Schmerzen einer eher leichten Gallenkolik verspürt, sollte man zum Arzt gehen. Sollten dazu Fieber und Schüttelfrost auftreten, sollte man unmittelbar einen Arzt aufsuchen. Denn er kann durch eine Blutuntersuchung und Ultraschalluntersuchung (Sonografie) schnell und sicher feststellen, ob sich Gallensteine als schmerzende Übeltäter erweisen.

Operation

Vor einer Entfernung der Gallenblase sollte man keine Angst haben, denn es lebt sich ohne Gallenblase recht unproblematisch. Oft wird man bereits am Tag nach der OP aus dem Krankenhaus entlassen. Danach müssen auch keine Diäten eingehalten werden, generell kann man essen, was man am besten verträgt.
Oftmals muss der Bauch dafür gar nicht aufgeschnitten werden, denn die Operation wird in vielen Fällen schonend mit einem Endoskop durchgeführt. Nur in bestimmten Fällen wird offen operiert. Der Ort, an dem sich die Gallensteine befinden ist ausschlaggebend dafür, welche Behandlungsmethode angewendet wird - sie können sich in der Gallenblase oder auch dem Gallengang befinden. Sinn macht eine Operation nur dann, wenn der Betroffene tatsächlich Schmerzen hat, denn ohne Beschwerden kann man auch ohne OP steinalt werden.

Wenn die Gallenblase verkalkt ist, ist eine OP besonders empfehlenswert. Man spricht dann auch von einer Porzellan-Gallenblase. Ebenso sinnvoll ist eine Operation, wenn die Steine relativ groß sind, denn dann liegt ein um 60 Prozent höheres Risiko für Gallenblasen-Krebs vor.

Alternative Medizin

Bei der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dreht sich alles um die Lebensenergie "Qi"- diese muss frei in den so genannten Körper-Meridianen fließen können. Nach dieser Ansicht geht die Gesundheit immer mit der Vorstellung vom Fluss der Energien und von Balance und Austausch einher.
Die Galle steht in der Traditionellen Chinesischen Medizin für Verantwortung, die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und die Kontrolle von Aggressionen. Der Arzt kann anhand der Puls- und Zungendiagnose das Ungleichgewicht beim Patienten aufspüren. Die chinesische Heilkunde kann leichtere Gallenbeschwerden mit verschiedenen Therapien lindern und auch heilen.
Durch Tuina-Massagen werden beispielsweise gezielt ganz bestimmte Meridian-Punkte im Körper stimuliert, wodurch die Selbstheilungskräfte angeregt werden. Die Akkupunktur kann grundsätzlich alles behandeln, was gestört ist, nicht jedoch, was bereits zerstört ist. Die Akkupunktur mit Moxibustion ist besonders effektiv, denn durch zusätzliche Wärmereize wird die Heilung des kranken Organs intensiv stimuliert. Bei der Moxibustion, auch kurz Moxa genannt, wird eine kleine Menge von Heilkräutern auf oder über einem oder mehreren Akkupunkturpunkten abgebrannt.

Bestimmte Völker, wie beispielsweise die Massai in Afrika, kennen überhaupt keine Gallensteine, sie sind völlig frei von Gallensteinleiden. Forscher vermuten, dass sie ihre gesunde Galle den Genen zu verdanken haben.